Lutter & Wegner feiert 215 Jahre mit exklusivem Jubiläumsmenü

Lutter & Wegner feiert 215 Jahre mit exklusivem Jubiläumsmenü

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Wenn man über Berliner Institutionen spricht, kommt man an einem Namen nicht vorbei: Lutter & Wegner. Seit ich vor über 20 Jahren angefangen habe, über die Berliner Gastronomie zu schreiben, war dieser Ort am Gendarmenmarkt immer der Fels in der Brandung. Während Trends kamen und gingen, blieb man hier der deutsch-österreichischen Tradition treu.

Dieses Jahr gibt es einen verdammt guten Grund, die Charlottenstraße 56 anzusteuern: Lutter & Wegner feiert sein 215-jähriges Bestehen. Wer 1811 gegründet wurde und heute noch zu den besten Adressen der Stadt gehört, hat definitiv etwas richtig gemacht. Ich war für euch da und habe das Jubiläumsmenü probiert.

Das Ambiente: Ein Stück Zeitgeschichte

Wer das Lutter & Wegner betritt, lässt die Hektik von Mitte sofort draußen. Die holzgetäfelten Wände, die hohen Bogenfenster und die sorgfältig platzierte Berliner Kunst schaffen eine Atmosphäre, die ich "bürgerliche Gelassenheit" nenne. Es ist schick, ja, aber niemals steif. Hier fühlt sich das entspannte Mittagessen genauso richtig an wie das glamouröse Dinner nach einem Abend im Konzerthaus.

Das Jubiläumsmenü: Ein kulinarischer Streifzug

Für 59,- € bekommt man aktuell ein 3-Gänge-Menü, das die Stärken des Hauses perfekt widerspiegelt. Hier ist meine Erfahrung:

Der Auftakt: Prickelnde Tradition

Es geht los mit einem Glas Lutter & Wegner Riesling Sekt. Wer es nicht wusste: Dem Haus wird nachgesagt, den Begriff „Sekt“ in Deutschland erst populär gemacht zu haben (dank des Schauspielers Ludwig Devrient). Ein spritziger, eleganter Start, der Lust auf mehr macht.

Die Vorspeise: Herzhaft trifft Fruchtig

Gebratene Geflügelleber an Rapunzelsalat mit Preiselbeer-Vinaigrette und Chili-Walnüssen.

Die Leber war auf den Punkt gebraten, außen kross, innen zart. Besonders clever: Die Schärfe der Chili-Walnüsse bricht die Süße der Preiselbeeren. Das ist Berlin auf dem Teller: bodenständig, aber mit dem gewissen Kick.

Der Hauptgang: Adel verpflichtet (und der Spargel auch)

Klopse und Spargel bei Lutter & Wegner

Milchkalbs-Klopse & Spargel auf Ragout von Beelitzer Spargel und getrüffelten Gnocchi.

Hier zeigt das Küchenteam sein ganzes Können. Die Klopse sind fluffig und fein gewürzt. Dass der Spargel aus Beelitz kommt, ist für einen Berliner Traditionsbetrieb Ehrensache. Die getrüffelten Gnocchi geben dem Klassiker eine moderne, luxuriöse Note, ohne das Gericht zu überladen. Ein echtes Wohlfühlessen auf höchstem Niveau.

Das Dessert: Luftig, locker, lokal

Berliner Luft bei Lutter & Wegner

Berliner Luft: schaumige Dessertcréme nach Lutter & Wegner mit Rhabarber.

Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Likör! Diese Nachspeise ist eine Institution für sich. Die Creme ist so leicht, wie der Name verspricht, und der Rhabarber liefert die perfekte Säure zum Abschluss. Ein Dessert, das man auch dann noch schafft, wenn man eigentlich schon satt ist.

215 Jahre sind eine Ansage

Lutter & Wegner schafft es, die Brücke zwischen 1811 und 2026 zu schlagen, ohne dabei verstaubt zu wirken. Das Jubiläumsmenü ist ein fantastisches Angebot für alle, die klassische Berliner Küche mit Wiener Einschlag in einem der schönsten Settings der Stadt erleben wollen.

Besonders die Weinkarte mit über 750 Positionen ist für Weinfans wie mich jedes Mal wieder ein Grund, etwas länger sitzen zu bleiben.

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Berlin Poche

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Redaktionsteam

Ständig auf der Suche nach neuen Adressen teilen wir gerne unsere Entdeckungen und lassen euch die besten Orte Berlins entdecken.